Website für Handwerker: das Wichtigste zuerst
Flottmacher · Grundlagen · 6 Min. Lesezeit
Was Kunden auf einer Handwerker-Website suchen
Wer einen Handwerker sucht, hat meist ein konkretes Problem: Das Dach tropft, die Steckdose ist tot, der Wagen muss zur Hauptuntersuchung. Die Besucher wollen in wenigen Sekunden wissen, ob du das machst, ob du in ihrer Gegend arbeitest und wie sie dich erreichen. Alles andere ist zweitrangig.
Die Website ersetzt dabei nicht die Empfehlung, sie prüft sie. Viele Kunden hören deinen Namen von Nachbarn und schauen dann nach. Eine Seite, die professionell wirkt und aktuelle Arbeiten zeigt, bestätigt die Empfehlung. Eine veraltete Seite lässt sie zweifeln.
Die Bausteine, die du brauchst
Für die meisten Betriebe reichen diese Elemente, und zwar in dieser Reihenfolge:
- Klare Aussage oben: Gewerk, Ort und was du anbietest, in einem Satz.
- Telefonnummer und Anfrageknopf ohne Scrollen, auf dem Handy mit einem Tipp anrufbar.
- Leistungen in kurzen Abschnitten, je mit einem echten Foto.
- Referenzen mit Ort, Art der Arbeit und Besonderheit.
- Einzugsgebiet als Text, nicht nur als Karte.
- Über den Betrieb: Meisterbetrieb, Team, Innung, Gründungsjahr, Ausbildung.
- Impressum und Datenschutz, vollständig und leicht zu finden.
Was du weglassen kannst
Handwerksbetriebe überladen ihre Seiten oft aus Sorge, etwas zu vergessen. Ein Newsletter-Archiv, ein Blog ohne regelmäßige Beiträge, ein Gästebuch oder zehn Unterseiten mit demselben Text helfen niemandem. Weniger Seiten, die stimmen, wirken stärker als viele, die halbfertig sind.
Auch Animationen, Intro-Seiten und Hintergrundmusik lenken nur ab. Kunden mit einem Notfall wollen die Nummer sehen, nicht warten.
Die Anfrage so leicht wie möglich machen
Ein Formular mit zwölf Pflichtfeldern schreckt ab. Frage nur nach dem, was du für die erste Rückmeldung brauchst: Name, Telefon oder Mail, Ort und eine kurze Beschreibung des Vorhabens. Alles Weitere klärst du im Gespräch.
Biete mehrere Wege an, weil Kunden unterschiedlich sind: Anruf, Formular, auf Wunsch auch Messenger. Nenne ehrlich, wann du zurückrufst. Wer verspricht, innerhalb eines Werktags zu antworten, muss das auch einhalten.
Referenzen richtig zeigen
Eine Referenz ist mehr als ein Foto. Nenne Ort oder Stadtteil, die Art der Arbeit, die Besonderheit und, wenn der Kunde zustimmt, ein Zitat. Ein Satz wie „Gaubenausbau im Altbau, enge Zufahrt, fertig in drei Wochen“ erzählt, was du kannst. Bei Privatkunden fragst du vorab, ob du Bilder und die Ortsangabe zeigen darfst; wo das nicht geht, reicht ein Stadtteil oder eine Region.
Sortiere nach Leistung, damit Besucher schnell Fälle finden, die ihrem ähnlich sind. Zeige lieber acht gute Projekte als dreißig beliebige. Ergänze die Referenzen, sobald ein Auftrag abgeschlossen ist, solange die Erinnerung und die Bilder frisch sind.
Notdienst, Termine und Erreichbarkeit
Wer Notdienst anbietet, sagt es oben und nennt Zeiten und Gebiet. Wer keinen anbietet, sollte das ebenso klar machen, damit niemand vergeblich anruft. Gib an, wann du telefonisch erreichbar bist, und nutze einen Anrufbeantworter, der verspricht, was du hältst. Bei Terminarbeiten helfen realistische Angaben zu Wartezeiten. Kunden verzeihen Wartezeit eher als Schweigen.
Fachkräfte und Ausbildung ansprechen
Die Website ist auch dein Schaufenster für Bewerber. Ein kurzer Abschnitt „Bei uns arbeiten“ mit Foto vom Team, Ausbildungsberufen und einer Kontaktmöglichkeit kostet wenig und wird häufig angesehen, bevor sich jemand bewirbt. Schreibe, was dich als Arbeitgeber ausmacht: Betriebsklima, Fortbildung, Fahrzeuge, Werkstatt. Verzichte auf Floskeln wie „attraktive Vergütung“, wenn du keine Angaben machen willst.
Gefunden werden: das Minimum
Für Handwerker ist die lokale Suche entscheidend. Das Google-Unternehmensprofil mit stimmenden Daten und einigen Bewertungen bringt oft mehr als jede Optimierung der Website selbst. Die Website ergänzt es mit Leistungen und Einsatzgebiet im Text. Details findest du in unseren Ratgebern zum Google-Unternehmensprofil und zum lokalen SEO.
Fehler, die Aufträge kosten
- Stockfotos von Menschen, die dein Handwerk erkennbar nicht ausüben.
- Keine Ortsangabe: Besucher wissen nicht, ob du für sie zuständig bist.
- Veraltete Inhalte, etwa ein Copyright von vor Jahren oder Leistungen, die du nicht mehr anbietest.
- Seite lädt auf dem Handy langsam, weil Bilder unbearbeitet hochgeladen wurden.
- Kontaktdaten stehen nur im Impressum.
Pflege nach dem Start
Eine Handwerker-Website lebt von Aktualität, aber nicht von täglicher Arbeit. Ein Rhythmus von einer Stunde im Monat genügt: neue Referenz einstellen, Öffnungszeiten prüfen, Anfragen auswerten. Notiere, welche Anfragen wegen der Seite kamen und welche nicht, indem du bei neuen Kunden fragst, wie sie auf dich gekommen sind. Aus diesen Antworten siehst du, ob Profil, Empfehlung oder Website den Ausschlag geben, und kannst Zeit gezielt dort investieren.
Lege außerdem fest, wer Zugriff hat und wer Änderungen vornimmt. Eine Seite, die nur ein Mitarbeiter ändern kann, bleibt stehen, sobald er im Urlaub ist oder den Betrieb verlässt.
Häufige Fragen
- Reicht eine einzelne Seite für meinen Handwerksbetrieb?
- Oft ja. Ein Onepager mit Leistungen, Referenzen, Einsatzgebiet und Anfrage genügt vielen kleinen Betrieben. Mehrere Gewerke oder viele Referenzen sprechen für eine Seite mit Unterseiten.
- Brauche ich einen Blog?
- Nein. Ein Blog lohnt sich nur, wenn du ihn regelmäßig pflegst. Aktuelle Referenzen auf der Seite sind meist wirksamer.
- Wie viele Fotos brauche ich?
- Für den Start genügen zehn bis zwanzig gute Bilder fertiger Arbeiten. Qualität und Ehrlichkeit zählen mehr als Menge.
- Wie schnell kann eine Handwerker-Website stehen?
- Bei uns zeigen wir drei Tage nach dem Gespräch einen Entwurf. Bis zum Livegang hängt es vor allem davon ab, wie schnell Bilder und Rückmeldungen kommen.
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